Spezielle Sprechstunde: Antikoagulation

Die Antikoagulation ist eines der wichtigsten medizinischen Therapieverfahren. Oft wird das Verfahren fälschlicherweise als „Blutverdünnung“ bezeichnet. In Wirklichkeit geht es aber nicht um eine Verdünnung des Blutes, sondern die Verhinderung der Bildung von Blutgerinnseln. Wenn sich ein solches Gerinnsel im Herzen bildet (z. B. bei Vorhofflimmern) und aus dem Herzen fortgeschwemmt wird, kann es zur Verstopfung eines Blutgefäßes (einer Thromboembolie) führen. Wenn das Gerinnsel eine Hirnarterie verstopft, kommt es zu einem Schlaganfall. Bei Verstopfung von anderen Körperarterien (z. B. einer Beinarterie), resultiert eine periphere Embolie. Eine Antikoagulantien kann mit Hilfe von Medikamenten oder auch kathetergestützt erfolgen.

Zu den Medikamenten die im Rahmen der Langzeit-Antikoagulation eingesetzt werden gehören

  • Apixaban (Eliquis)
  • Dabigatran (Pradaxa)
  • Edoxaban (Lixiana)
  • Rivaroxaban (Xarelto) und
  • Phenprocoumon (z. B. Marcumar, Falithrom, u. a.)

Die ersten vier Substanzen werden neue, direkt wirkende Antikoagulanzien genannt. Phenprocoumon ist schon seit den 1950er Jahren in Europa verfügbar.

 

Als katheterbasiertes Verfahren steht der Verschluss des linken Vorhofohrs zur Verfügung. Nach einem erfolgreichen Vorhofohrverschluss erübrigt sich die Behandlung mit einem der oben genannten Medikamente.

 

Menschen, die mittels Antikoagulation behandelt werden, müssen regelmäßig ärztlich kontrolliert werden. Vor dem Hintergrund einer besonderen Expertise und viel Erfahrung im Umgang mit dieser Behandlung bieten wird Betroffenen eine ausführliche Beratung und Langzeitkontrolle an. Diese bezieht sich nicht nur auf die Auswahl des im Einzelfall optimal geeigneten Medikamentes bzw. Therapieverfahrens, sondern beinhaltet auch eine Beratung bezüglich des Umgangs mit dieser Behandlungsform im Alltag und in speziellen Situationen (z. B. bei anstehenden Operationen).

 

Darüber hinaus bietet unserer Sprechstunde auch eine Informations- und Anlaufstelle für weniger auf diese Behandlung spezialisierte ärztliche Kollegen. Die Betreuung dieser Sprechstunde obliegt Herrn Prof. Dr. W. Haverkamp.

Eigene Veröffentlichungen zum Thema (Auswahl)

Haverkamp W. Vorhofflimmern up to date.  Diagnostik. Therapie. Behandlung von speziellen Fällen. 1. Auflage. 2018. Bestellen bei AMAZON oder hier kostenfei in der Online-Version.

 

Seidel A, Parwani AS, Krackhardt F, Huemer M, Attanasio P, Haverkamp W, Pieske, B, Boldt LH. Safety and efficacy of catheter-based left atrial appendage closure in patients with contraindications for long-term anticoagulation. Minerva Cardioangiol 2017;65:545-552.

 

Attanasio P, Budde T, Lacour P, Parwani AS, Pieske B, Blaschke F, Haverkamp W, Boldt LH, Huemer M. Catheter ablation of atrial flutter: A survey focusing on post ablation oral anticoagulation management and ECG monitoring. Pacing Clin Electrophysiol 2017;40:788-793.

 

Blaschke F, Lacour P, Wutzler A, Huemer M, Parwani AS, Attanasio P, Pieske B, Boldt L, Haverkamp W. Managing periprocedural anticoagulation therapy in patients undergoing device implantation: survey in Germany, Austria and Switzerland. Acta Cardiol 2016;71:549-556.

 

Wutzler A, von Ulmenstein S, Attanasio P, Huemer M, Parwani AS, Boldt LH, Haverkamp W. Treatment of Nonagenarians With Atrial Fibrillation: Insights From the Berlin Atrial Fibrillation (BAF) Registry. J Am Med Dir Assoc 2015;16:969-972.

 

Kottkamp H, Willems S, Hindricks G, Chen X, Haverkamp W, Hasfeld M, Borggrefe  M, Breithardt G. Orale Antikoagulation zur Verhinderung von Thromboembolien bei nicht-rheumatischem Vorhofflimmern. Z Kardiol 1993;82:667-673.